Die „10 Gebote“ beim Telefonieren
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Die „10 Gebote“ beim Telefonieren


  1. Gesprächsannahme nach dem 2. Klingelzeichen

    Sofort beim ersten Klingeln ans Telefon zu gehen ist theoretisch sicher gut gemeint – praktisch jedoch zu früh. Zu diesem Zeitpunkt sind weder der Anrufer noch Sie selbst schon richtig auf das Telefonat konzentriert.

    Warten Sie lieber das zweite Klingelzeichen ab. So vermeiden Sie ein erschrockenes „Huch, sind Sie schon dran?!“ Ihres Anrufers und gewinnen selbst noch ein bisschen Zeit, um sich auf das Telefonat einzustellen.
  2. Professionelles Melden

    „Einen wunderschönen guten Tag und herzlich willkommen im Hotel zur Schnecke. Mein Name ist Barbara Langmann. Was kann ich für Sie tun?“. Viel zu lang. „Firma Müller, Schmidt?! “. Zu kurz.

    Wählen Sie den Mittelweg und am besten diese Reihenfolge:

    1. Guten Tag (Anrufer-Hirn: „Oh! Da ist jemand!“)
    2. Hotel zum Windhund (Anrufer-Hirn: „Oh ja! Genau da wollte ich hin!“)
    3. Sie sprechen mit Ute Schnell (Anrufer-Hirn: „Oho! Ich spreche also mit Frau Schnell.“)
  3. Lösungen anbieten

    „Da kann ich Ihnen gar nicht helfen, das macht die Buchhaltung …“. Dieser Satz ist nicht nur unfreundlich, er ist auch unlogisch, denn Sie können helfen! Zum Beispiel durch das Verbinden zu dieser Abteilung.

    Bieten Sie Ihrem Anrufer gleich die Lösung an: „Darf ich Sie direkt mit Frau Sommer aus der Buchhaltung verbinden?“. So überspringen Sie das Negative („Ich kann nicht helfen“) und stellen gleich die Lösung in den Vordergrund.



  4. Neutrale Aussagen

    „Großpackungen sind erst in zwei Wochen wieder lieferbar.“
    „Herr Meyer hat im Moment leider Kunden.“
    „Die Garantie gilt nur für 2 Jahre.“

    Diese „kleinen“ Wörter haben eine große Wirkung, denn Ihre Aussagen erhalten hierdurch einen negativen Beigeschmack. Testen Sie, wie die Beispiele klingen, wenn Sie die unterstrichenen Wörter einfach weglassen!
  5. Das „MUSS“ streichen

    „Sekunde, ich muss mir kurz die Unterlagen holen.“
    „Da müsste ich mal meine Kollegin fragen.“
    „Dafür müsste ich Sie verbinden.“

    Theoretisch betrachtet bieten diese Aussagen zwar eine Hilfe an – praktisch kommt diese Hilfe jedoch recht gequält beim Anrufer an. Lassen Sie das „muss“ einfach weg oder ersetzen Sie es durch ein „gern“:

    „Sekunde, ich hole mir die Unterlagen.“
    „Ich frage meine Kollegin.“
    „Ich verbinde Sie gern.“
  6. Fragen statt fordern

    Der Satz „Dann brauche ich (aber) erstmal Ihre Kundennummer!“ hat einen zu fordernden Charakter. Deshalb kommen daraufhin häufig Reaktionen wie „Die hab ich grad nicht da …“ oder „Haben Sie mich nicht im Computer?!“.

    Formulieren Sie das, was Sie haben möchten, einfach als Frage:
    „Haben Sie Ihre Kundenummer zur Hand?“.

    Diese Strategie können Sie auch anwenden, wenn Sie etwas Schriftliches von Ihrem Kunden haben möchten. Statt der Forderung „Das brauchen wir aber schriftlich von Ihnen!“ klingen Sie mit einer Frage viel netter: „Sind Sie so nett und bestätigen Ihre Bestellung kurz per Fax?“



  7. Hören Sie?!

    Es gibt charmantere Redewendungen, um einen Anrufer aus der Warteschleife zurückzuholen:

    „Herr Müller?“
    „Vielen Dank, dass Sie gewartet haben!“ (falls Ihnen der Name unbekannt ist)
  8. Aufstehen

    Machen Sie sich groß, wenn Sie sich klein fühlen! Telefonieren Sie in brisanten Situationen einfach im Stehen weiter. So fühlen Sie sich selbstbewusster, Ihre Stimme wird sicherer und dies spürt Ihr Gesprächspartner am Telefon.
  9. Wiederholungen durch Zusammenfassungen stoppen

    Weshalb wiederholen sich einige Kunden doppelt und dreifach? Weil sie Angst haben, noch nicht verstanden worden zu sein.

    Machen Sie deutlich, dass Sie verstanden haben, worum es Ihrem Kunden geht und fassen Sie seine Kernaussage zusammen: „Habe ich Sie richtig verstanden, dass Sie das Ersatzgerät auf jeden Fall bis Donnerstag benötigen, weil Sie am Freitag das große Meeting haben?“. So ersparen Sie sich und Ihrem Kunden, immer wieder auf dieses Datum hinzuweisen.
  10. Gespräche mit den Tricks der Fernseh-Moderatoren beenden

    Talkshow-Moderatoren haben ähnliche Aufgaben wie Mitarbeiter am Telefon: Sie brauchen elegante Strategien, um das Gespräch mit Talkgast A zu beenden – um dann das Interview mit Talkgast B zu beginnen zu können.

    Hierfür nutzen Moderatoren gerne die Kombination aus „Dank“ plus „Wunsch“: „Vielen Dank, dass Sie aus den USA zu uns gekommen sind – und viel Erfolg für Ihren nächsten Kinofilm!“.

    Diese Strategie funktioniert auch bei der Gesprächsbeendigung am Telefon: „Vielen Dank für Ihre Bestellung und viel Erfolg auf der Messe!“. Oder „Vielen Dank für Ihren Anruf
    und einen schönen Tag noch!“.
© Sabin Bergmann, www.contelle.de

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